Haushalt mit Rekordinvestitionen
Der Haselbacher Gemeinderat hat in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 20.5., den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen und damit den finanziellen Rahmen für ein außergewöhnlich investitionsstarkes Jahr gesetzt. Im Mittelpunkt steht dabei mit großem Abstand der Neubau der Kindertagesstätte St. Jakob. Die Gebühren für die Kindertagesstätte sollen dabei weitgehend stabil bleiben.
Bürgermeister Simon Haas und Kämmerer Dominik Pflügl führten den Gemeinderat ausführlich durch den vorgelegten Haushaltsplan und beantworteten insbesondere auch fachliche Rückfragen der neugewählten Gemeinderatsmitglieder. Haas dankte dem Kämmerer ausdrücklich für die „fundierte und gewissenhafte Ausarbeitung des Haushalts“.
Trotz schwieriger allgemeiner Rahmenbedingungen – insbesondere sinkender Gewerbesteuereinnahmen und einer steigenden Umlagebelastung – sei es gelungen, einen soliden Haushalt aufzustellen, betonte Bürgermeister Haas. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es wichtig, mit Augenmaß zu planen und dennoch konsequent in die Zukunft unserer Gemeinde zu investieren.“
Das Gesamtvolumen des Haushalts beläuft sich auf rund 11,2 Millionen Euro. Davon entfallen rund 4,24 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und knapp 6,95 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt fällt dabei nach Einschätzung der Gemeinde mit 220.000 Euro zufriedenstellend aus.
Mit Abstand größtes Investitionsprojekt ist der Neubau der Kindertagesstätte St. Jakob. Von den veranschlagten Gesamtkosten von bis zu sieben Millionen Euro werden allein im laufenden Jahr rund 5,3 Millionen Euro zahlungswirksam. Weitere größere Investitionen betreffen die letzte Rate für den nahezu abgeschlossenen Gigabit-Ausbau, Maßnahmen in der Straßen- und Kanalinfrastruktur sowie den Anschluss gemeindlicher Einrichtungen an das geplante Nahwärmenetz.
Als besondere Herausforderung bezeichnete Kämmerer Pflügl die Liquiditätsplanung. Hintergrund sei, dass ein erheblicher Teil der erwarteten Fördermittel – insbesondere für den Kita-Neubau und den Glasfaserausbau – zwar bereits bewilligt, die Auszahlung aber zeitlich verzögert sei. Die im Haushalt eingeplante Kreditaufnahme in Höhe von 3,65 Millionen Euro diene daher zu einem wesentlichen Teil der Zwischenfinanzierung bereits zugesagter Zuschüsse und nicht der dauerhaften Finanzierung neuer Vorhaben.
Ebenfalls beraten wurde die Gebührenstruktur der Kindertagesstätte St. Jakob. Trotz steigender Betriebskosten sprach sich Bürgermeister Haas dafür aus, Familien nicht zusätzlich stark zu belasten – auch vor dem Hintergrund wegfallender staatlicher Unterstützungsleistungen für junge Familien. Der Gemeinderat folgte diesem Vorschlag einstimmig: Während die Gebühren im Kindergartenbereich stabil bleiben, steigen die Krippengebühren je nach Buchungszeit zum neuen Kita-Jahr moderat um monatlich fünf bis zehn Euro.
Weitere Themen der Sitzung wurden vergleichsweise zügig behandelt. Der Gemeinderat arbeitete die Ergebnisse der traditionellen Straßen- und Wegebegehung am Karfreitag ab. Dabei ging es unter anderem um Maßnahmen zum Oberflächenwasser in Rogendorf, Verkehrssicherheitsfragen in Auried und Roßhaupten, mögliche Verbesserungen in der Johann-Baier-Straße sowie Sanierungsbedarf an mehreren Gemeindestraßen. Zudem befürwortete das Gremium einen Antrag auf denkmalrechtliche Erlaubnis zur baulichen Sicherung einer Hofstelle im Außenbereich.


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